Einblicke in die Projektexkursionen beim ZLF Stuttgart
Im Rahmen des Zusammen Leben Festivals 2026 haben elf Stuttgarter Baugruppen, Wohnprojekte und Initiativen ihre Tore für Interessierte geöffnet. Dabei kam es zu sehr spannenden Begegnungen und Diskussionen. Von einigen dieser Exkursionen berichten wir hier:
Quartier am Wiener Platz Wir haben am zlf unser Wohn- und Bauprojekt Zwo+ im Quartier am Wiener Platz vorgestellt. Trotz des sehr warmen Wetters haben viele Besucher den Weg nach Feuerbach gefunden und uns besucht. Wir haben den ganzen Tag kleinere und größere Gruppen durch unser Gebäude geführt und haben interessante Gespräche geführt. Das große Interesse an unserem Projekt hat uns positiv überrascht. Die Besucher hatten unterschiedliche Interessen und Hintergründe. Einige haben sich stark für unsere Gemeinschaftsflächen und deren Nutzung interessiert. Wieder andere haben sich für das Thema Baugemeinschaft interessiert oder hatten Interesse an der Holzbauweise.
Fabrik Heslach Als Teil des ZusammenLebenFestivals hat sich der Weg nach Heslach besonders gelohnt. Denn gleich drei Projekte konnten im Rahmen der Exkursionen besucht werden. An der Haltestelle Schöttleplatz wurden die Interessierten mit Hinweisschildern empfangen und der Weg zum Exkursionsort geleitet. Die Besuchenden konnten nacheinander alle drei Projekte (Fabrik Heslach e.V., Linkes Zentrum Lilo Herrmann und der Initiative Schöttle Areal) ablaufen und sich vor Ort über die unterschiedlichen Projekte informieren. Wir hatten hier im Hof der Fabrik Heslach e.V. eine Ausstellung zum Projekt und eine kleine Filmschau mit einem kurzen Film aus der Gründerzeit, immerhin schon 41 Jahre altes Filmmaterial. Manche Themen darin jedoch so aktuell wie heute. So konnten wir den Bogen über die Jahrzehnte bis zu unseren heutigen Strukturen und das Zusammenwirken spannen. Der Austausch war hoch interessant mit vielen sehr spannenden Menschen aus ganz Deutschland. Insgesamt kamen etwa 50 Gäste, verteilt auf 3 slots. Wer am Ende noch trotz Hitze Power hatte, konnte beim Tischtennis bewegt in Kontakt kommen
Quartier am Rotweg
Rund 20 Personen folgten am Freitagabend trotz der hohen Temperaturen der Einladung von Neues Heim – Die Baugenossenschaft eG und brachen zu einer Exkursion durch den Stadtteil Stuttgart-Rot auf.
Neben den für dieses Quartier typischen Zeilengebäuden der 1950er-Jahre und einigen Ersatzneubauten der Baugenossenschaft Neues Heim aus den vergangenen Jahren standen auch die architektonischen Highlights des Stadtteils auf dem Programm: die beiden Hochhäuser „Romeo und Julia“ von Hans Scharoun, der Infoladen des IBA’27-Projekts „Quartier am Rotweg“ sowie die aktuell im Bau befindliche Neubauten für gemeinschaftliches Wohnen hierzu. Sie bildeten die Stationen des gut zweistündigen Rundgangs.

Stadtacker
Bis zu zehn Personen zeigten trotz der hohen Temperaturen am Samstag intensives Interesse an den Aktivitäten des Stadtacker e.V. auf dem Gelände bei den Wagenhallen. Weil Sandra mit der Gruppe im Schatten bleiben wollte, konnten die Interessierten allerdings nur von Weiten einen Blick auf das weitegehnd abgeräumte Gelände des Stadtacker werfen. Sehr viele interessierte Fragen zeugten davon, dass dem Stadtacker als Verein und seinem bürgerschaftlichen Engagement eine hohe Bedeutung zugemessen wird. Sowohl der Umzug der Gärtnerinnen und Gärtner trieb die TeilnehmerInnen um, als auch über die Wirkung, die der Stadtacker im Viertel hat und die Rolle, die er im künftigen Quartier übernehmen wird.
Weissenhofsiedlung Bei uns haben 16 Personen an der Führung durch das Museum und die Weissenhofsiedlung teilgenommen. Die Führung lief gut, das Interesse war da. Zwei Personen sind nach 30 Minuten weiter zu anderen Veranstaltungen gegangen. Der Rest ist auch noch komplett mit durch die Siedlung gelaufen.
Kesselhof
Insgesamt 10 interessierte Besucher:innen aus ganz Deutschland haben unser Projekt besichtigt. Besonders spannend war der Austausch über die Unterschiede zwischen dem Mietshäuser Syndikat und einer Genossenschaft. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, welche Rechtsform langfristig mehr Sicherheit bietet, dass das Projekt auch nach einem Generationswechsel nicht wieder in private Hände übergeht.
Weitere Themen, die zur Sprache kamen:
– Wie finden wir neue Mitbewohner:innen? – Unsere Strategien und Erfahrungen.
– Was tun, wenn jemand nicht mehr in die Gemeinschaft passt? – Mögliche Wege für ein faires Ausscheiden.
Die Rückmeldungen waren durchweg positiv, und wir freuen uns, dass unser Projekt sich vorstellen durfte.
Neuer Norden e.V.
Bedingt durch die Hitze haben wir uns das Areal C1 von einem schattigen Plätzchen aus mit ca. 15 interessierten BesucherInnen angeschaut. Der Verein Neuer Norden setzt sich dafür ein, dass auf dem C1 Gelände gemeinschaftlicher und bezahlbarer Wohnraum entsteht. Um ein Projekt in der Größenordnung 80+ Wohneinheiten zu realisieren, arbeitet der Verein mit der Bestandsgenossenschaft Neues Heim zusammen. Dieses Zusammenarbeitsmodell wurde mit Interesse diskutiert und führte natürlich auch zu einem zentralen Thema des Festivals und dem speziellen Problem in Stuttgart: die bezahlbaren Bodenpreise als Voraussetzung für bezahlbares Wohnen. Die Vernetzung mit dem Stadtacker und dem Inklusionsverein „Wohnen Wie Wir Wollen“ als Basis für die Quartiersvernetzung wurde von den BesucherInnen als der richtige Ansatz gesehen. Wir denken, die Führung hat uns noch mal in einen etwas engeren Austausch mit den FestivalteilnehmerInnen gebracht und uns in unserem Engagement bestätigt.

